Wer in Deutschland am Computer sitzt und ein Legale Online Casinos besuchen möchte, stößt rasch auf ein Problem: Aufgrund der strengen Gesetzgebung und des staatlichen Glücksspielmonopols gibt es so gut wie keine legalen Möglichkeiten, sich etwa an einem Turnier für Online-Poker zu beteiligen, wenn es um echtes Geld geht. Die Nutzer weichen dann meist auf Seiten aus, die ihren Standort im Ausland haben. Befriedigend ist dies aber nicht, denn obwohl es kaum ein Problem ist, solche Seiten zu finden, verstößt man als Spieler streng genommen gegen das Gesetz. Außerdem unterliegen diese ausländischen Webseiten längst nicht immer den Standards, die man als Spieler für wünschenswert halten würde. Ob man also die Gewinne tatsächlich bekommt und was im Falle von Streitigkeiten passiert, bleibt meist offen.

Lizenzvergabe in Schleswig-Holstein

Zumindest für Bürger, die ihren Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben, hat sich diese Situation zu Jahresbeginn geändert. Durch die Neufassung des Glücksspielgesetzes hatte die alte schwarz-gelbe Koalition in Kiel noch vor ihrer Wahlniederlage eine umfassende Liberalisierung durchgesetzt. Die neue Landesregierung unter Rot-Grün wollte dieses Gesetz zwar noch im letzten Moment wieder kippen, doch gibt es ernsthafte juristische Bedenken. Denn die EU-Kommission in Brüssel sieht das deutsche Glücksspielmonopol schon seit längerer Zeit nicht mehr als konform mit geltendem EU-Recht an. Da ein kurzfristiger Widerruf des Gesetzes also nicht zu erwarten ist, sah sich die Landesregierung dazu gezwungen, Lizenzen für den Betrieb von Online-Casinos zu vergeben. Gleichzeitig weisen die zuständigen Stellen aber darauf hin, dass sich die Lizenznehmer an strenge Auflagen zu halten haben, um die Genehmigung nicht gleich wieder zu verlieren.

Ministerium will keine Verstöße tolerieren

Bereits einen Tag nach der Lizenzvergabe im Dezember hatte das Innenministerium in Kiel dann auch Grund, eine Ermahnung auszusprechen. Das Unternehmen mybet Holding SE wurde aufgefordert, sich an das Glücksspielgesetz zu halten und sicherzustellen, dass nur Spieler mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Schleswig-Holstein zum Spielen im Online-Casino zugelassen werden. Unternehmenschef Mathias Dahms war zuvor von einer Zeitung dahingehend zitiert worden, dass die Firma davon ausgehe, die erhaltene Lizenz auf ganz Deutschland anwenden zu dürfen. Das Ministerium stellte klar, dass ein Verstoß gegen die Beschränkungen des Gesetzes den Entzug der Lizenz zur Folge haben könne. Insgesamt wurden zunächst 12 Lizenzen für den Betrieb von Online-Casinos vergeben. Hier können neben den üblichen Sportwetten nun auch Glücksspiele wie Poker, Blackjack oder Roulette angeboten werden.